Augen, Blick

„Wer nach aussen schaut, träumt. Wer nach Innen blickt, erwacht“

(Carl Gustav Jung)

Ein ganzheitliches Weltbild des Menschen integriert zuerst Geist, Seel und Körper, verbindet

  • Innen + Außen,
  • Sehen + Gesehen-Werden,
  • Selbst- + Fremdbild sowie
  • Krankheitssympotme + Ruf der Seele,
  • sehendes Auge + reflektierendes Auge.

Deshalb sind auch die Augen eng verbunden mit dem Inneren, mit der Seele eines Menschen.
Zwischen Seele und Sehen besteht eine so enge Beziehung wie zwischen Seele und Krankheit.
Das Auge symbolisiert die Fähigkeit zu sehen, den Blick auf sich selbst, sein Leben und auf andere zu richten.

Was das Auge aufnimmt, wird wie von einem Spiegel nach außen projiziert.

Das Auge ist gleichzeitig ein rezeptives, aufnehmendes und reflektierendes Organ, das den seelischen und inneren Zustand eines Menschen ausdrückt.
Als Augenwesen nimmt der Mensch Informationen über sein Sehorgan auf, selektiert im Gehirn und verarbeitet sie, die dann wiederum Reaktionen und Emotionen auslösen. Die Emotionen entstehen in Millisekunden und steuern von Innen heraus, was gedacht, wie kommuniziert und gehandelt wird. Mit der Gesichtsmimik haben die Augen einen grossen Anteil daran, wie der Gesichtsausdruck (ein Zusammenspiel mit anderen Gesichtsmuskeln und den Augen) die Emotionen widerspiegelt.

Das Sehen und die Verarbeitung von Seheindrücken sind sehr individuell.

Sehprobleme (Doppelbilder, Augenflimmern, Brennen, trockene Augen, verschwommen sehen) können ihre Ursache in tiefliegenden sozialen Problemen, unbewältigten seelischen Konflikten, seelischem Leid und in verdrängten Gefühlen wie Angst, Aggression, Wut u.a. haben. Das Spektrum der Symptome reicht von Sehstörungen bis hin zu psychogener Blindheit.

Was im Unterbewusstsein herum dümpelt und nicht bewusst gelebt wird, kann als Symptom auf der Körper- oder Verhaltensebene aktiv werden. Symptome schützen die Seele so lange, bis der Mensch die Kraft hat, sich die Zusammenhänge und die Ursachen der jeweiligen Problematik anzuschauen und zu erspüren.
Entspannungs-Methoden wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation und Hypnose beeinflussen sehr stark den erhöhten Augeninnendruck bei Glaukompatienten. Entspnan kann die psychische Befindlichkeit des Menschen positiv beeinflussen, als auch seinen Augeninnendruck signifikant reduzieren. Weitere positive Effekte beziehen sich auf den Puls und Blutdruck, die Atmung sowie auf die Augendurchblutung.

Im Lebensalltag ist das Auge ein wichtiges Mittel der Kommunikation. Überall gibt es Redewendungen zu Auge und Sehen: z.B.

  • Liebe auf den ersten Blick,
  • der böse Blick,
  • det Weitblick,
  • Hellsehen,
  • das dritte Auge (Stirn-Chakra)
  • Schwarzsehen,
  • Liebe macht blind,
  • mit Scheuklappen durch die Welt laufen,
  • ein lachendes und ein weinendes Auge,
  • mit den Augen des anderen sehen,
  • geh mir aus den Augen,
  • Augen auf im Straßenverkehr (oder: bei der Berufswahl) uvm.

Unser Inneres projiziert Emotionen nach außen auf die Körper-Fläche:

Angst, Trauer, Schmerz, Überraschung, Wut, Freude und Lüge können wir beim Gegenüber klar in den Augen und im Gesucht erkennen.
Weit aufgerissene Augen symbolisieren meist eine Angst, die buchstäblich in den Augen geschrieben steht (vor Schreck geweitete Augen).
Oder wir kneifen in Schrecksekunden automatisch zum Schutz kurz die Augen fest zu.
Bei einer (angenehmen) Überraschung reissen wir dagegen die Augen unmittelbar weit auf.
Vergrößerte Pupillen werden als Zeichen von Aufmerksamkeit und innerer emotionaler Beteiligung wahrgenommen.

Echte Freude drückt sich in einem echten Lächeln aus, das in der Kombination von lächelnden Augen und der Gesichtsmimik die Ringmuskel der Augen mit den Mundwinkeln zusammenspielen lassen.
Unterdrückte Tränen oder eine unterdrückte Traurigkeit haben wiederum Auswirkungen auf die Augen eines Menschen (wie z.B. Flüssigkeitsansammlung unter der Netzhaut, wassergefüllte Ansammlungen unterhalb des Augenliedes können die nicht geweinten Tränen der Seele symbolisieren) und auf das allgemeine (körperliche) Stressverhalten.
Die beschriebenen Signale werden meist unbewusst wahrgenommen, lösen jedoch immer auch eine Emotion bei dem Sehenden aus.

Der Blick in die Augen des Gegenübers ist sehr bedeutsam für die Kommunikation zweier Menschen:

Bei der Partnerwahl entscheiden oft die Augen mit. Man sieht sich tief in die Augen und fühlt sich verbunden. „Schau mir in die Augen, Kleines …“
Beim Flirten zeigen die Augen, ob Interesse füreinander da ist, woraus sich wiederum Sympathie und Antipathie herauslesen lassen.

Rammstein: Gib mir Deine Augen!

Schenk mir was

lass etwas hier
lass bitte etwas hier von dir
ein paar Tränen wären Fein
reib mich Abends damit ein
die Träne fliest doch fließt sie schwach
ich schlage zu und Helfe nach
und wenn ich schon um Wasser bitt
nehme ich doch gleich die Brunnen mit

gib mir deine Augen
gib mir dein Licht
schenk mir deine Tränen
die Seele will ich nicht
schenk mir was
schenk mir was
ich bitte sehr
deine Schenkel hängen schwer
nimm die Lippen vom Gesicht
riechen schlecht brauche ich nicht
die Augen sind der Seele Pforten
will sie pflegen will sie horten
nun das Glück liegt im Verzicht
gib sie her Du brauchst sie nicht

gib mir deine Augen
gib mir dein Licht
schenk mir deine Tränen
die Seele will ich nicht
gib mir deine Augen

gib mir dein Licht
schenk mir deine Tränen
die Seele will ich nicht
schenk mir was
schenk mir was
schenk mir was

Aus den Augenhöhlen will sich die Seele stehlen
ich stopfe stück für stück die Seele in den Kopf zurück
gib mir deine Augen
gib mir dein Licht
schenk mir deine Tränen
die Seele will ich nicht
gib mir deine Augen
gib mir dein Licht
schenk mir deine Tränen
Doch weinen sollst Du nicht