Konditionieren,Konditionierung

Aus dem naturwissenschaftlichen Verständnis der Verhaltenstherapie heraus entwickelten sich die ersten Methoden in der klassischen Verhaltenstherapie. Die beiden Hauptkonzepte sind:

Desensibilisierung (Joseph Wolpe, Hans-Jürgen Eysenk):

Das weitverbreitetste verhaltenstherapeutische Konzept sieht eine Verbindung zwischen Verhalten (z.B. Angst) und verhaltensauslösendem Reiz (z.B. Höhe). Wenn zu diesem auslösenden Reiz nun eine positive Reaktion konditioniert wird (z.B. das Gefühl beim Schokolade-Essen), wird der ursprüngliche Reiz vom Klienten nicht mehr mit negativen, sondern mit gewünschtem Verhalten verbunden.

Für diese “Gegenkonditionierung” werden verschiedene Methoden eingesetzt, die von “Angst in der Phantasie” (Der auslösende Reiz wird nicht real erlebt sondern nur vorgestellt) bis hin zum “Flooding” (Reizüberflutung: der auslösende Reiz wird mit höchster Intensität erlebt und durch die Begleitung durch den Therapeuten das konditionierte Verhalten langsam abgebaut) reichen.

In der Praxis werden diese Methoden hauptächlich bei der Behandlung von Ängsten, Neurosen oder psychosomatischen Reaktionen eingesetzt. Effekte stellen sich meist rasch ein, jedoch beschreibt eine Kritik an der Wirkungsweise einen Gewöhnungseffekt der Klienten an den neuen Reiz, der nach der Therapie nachlassen kann.

Operante Ansätze (Burrhus F. Skinner):

Hier werden positive Verstärker als Belohnung von “gewünschtem Verhalten” bzw. negative Verstärker als Bestrafung von “unerwünschtem Verhalten” eingesetzt. Diese operante (auch “instrumentelle”) Konditionierung wird vor allem angewandt, wenn Verhalten verändert oder neu aufgebaut werden soll.

Die bekannteste Methode sind sogenannte “Token-Programme”: Die Belohnung erfolgt mittels Münzen (Token), die dann gesammelt gegen etwas anderes eingetauscht werden können (z.B. Kino-Besuch, Eis-Essen …), was den eigentlichen Verstärker darstellt.
Auch hier ist die Möglichkeit jedoch recht hoch, dass das “erwünschte Verhalten” nach dem Token-Programm bald wieder nachlässt.