psychotherapiePsychotherapie, Therapie der Psyche

„Willst du den Körper heilen, musst du zuerst die Seele heilen.“ Platon

Die Bezeichnung Psychotherapie (von griechisch ψυχή psychḗ ‚Atem, Hauch, Seele‘ und θεραπεύειν therapeúein ‚pflegen, sorgen‘)

steht als Oberbegriff für alle Formen psychologischer Verfahren, die ohne Einsatz ggf. medikamentöser Mittel auf die Behandlung psychischer und psychosomatischer Krankheiten, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen zielen.

Von der Psycho-Therapie sind daher die Behandlungsverfahren der Somato-Therapie abzugrenzen.

Anderweitige psychologische Verfahren, die nicht die Diagnose und Heilung von psychischen Störungen zum Gegenstand haben, werden dem Bereich der beratenden Psychologie zugeordnet.
Dabei finden psychologische, d.h. wissenschaftlich fundierte Methoden verbaler und nonverbaler Kommunikation systematische Anwendung.

Es gibt verschiedene Psychotherapieformen.

Die Verhaltenstherapie beinhaltet Veränderungen der sozialen Umgebung und Interaktion. Das Ziel ist hierbei die Ausbildung und Förderung von Fähigkeiten und die Ermöglichung einer besseren Selbstregulation. Beispielsweise versucht die kognitive Verhaltenstherapie, dem Betroffenen seine Gedanken und Bewertungen verständlich zu machen, diese gegebenenfalls zu korrigieren und in neue Verhaltensweisen umzusetzen.

Im Unterschied zur (Neuro-)Psychiatrie, die vor allem körperliche Ursachen (z.B. in der Hirnchemie oder genetischen Code) für seelische Leiden sieht und behandelt (Pharmakotherapie, physikalische Therapien),

wird in der Psychotherapie mit Methoden und Techniken gearbeitet, die im System des Menschen an verschiedenen Seiten anknüpfen:

  • Verstand (z.B. Kognitionstherapie),
  • verändertes Bewußtsein (z.B. Hypnose),
  • Verhalten (z.B. Verhaltenstherapie),
  • Vital-Energie (z.B. EFT),
  • Sozial-Energie (z.B. Systemische Therapie) oder
  • Sozial-Verhalten (z.B. Gespräch)

Wirkfaktoren der Psychotherapie sind nach Klaus Grawe:

  • Therapeutische Beziehung: Die Qualität der Beziehung zwischen dem Psychotherapeuten und dem Patienten / Klienten trägt signifikant zu einem besseren oder schlechteren Therapieergebnis bei. siehe auch Reparenting
  • Ressourcenaktivierung: Die Eigenarten, die die Patienten in die Therapie mitbringen, werden als positive Ressource für das therapeutische Vorgehen genutzt. Das betrifft vorhandene motivationale Bereitschaften, Fähigkeiten und Interessen der Patienten.
  • Problemaktualisierung: Die Probleme, die in der Therapie verändert werden sollen, werden unmittelbar erfahrbar. Das kann z.B. dadurch geschehen, dass Therapeut und Klient reale Situationen aufsuchen, in denen die Probleme auftreten, oder dass sie durch besondere therapeutische Techniken wie intensives Erzählen, Imaginationsübungen, Rollenspiele o.ä. die Probleme erlebnismäßig aktualisieren.
  • Motivationale Klärung: Die Therapie fördert mit geeigneten Maßnahmen, dass der Patient ein klareres Bewusstsein der Determinanten (Ursprünge, Hintergründe, aufrechterhaltende Faktoren) seines problematischen Erlebens und Verhaltens gewinnt.
  • Problembewältigung: Die Behandlung unterstützt den Patienten mit bewährten problemspezifischen Maßnahmen (direkt oder indirekt) darin, positive Bewältigungserfahrungen im Umgang mit seinen Problemen zu machen.